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Was ist ein Page Builder?
Zunächst ist es erstmal wichtig zu wissen worum es überhaupt geht. Was sind denn eigentlich Page Builder? Mit Page Buildern lassen sich Homepages aus vorgefertigten Designs und Elementen zusammenbauen, und das sehr günstig, einfach und vor allem schnell.
Zunächst wählt man ein Grunddesign für seine Seite aus. Hier stehen einem z.B. beim Anbieter Jimdo über 100 Stück ab gerade mal 9€ pro Monat zur Verfügung. Je nach Vorlieben lassen sich dann Unterseiten erstellen. Diese Seiten können dann mit Elementen wie Texten, Überschriften, Bildern, Videos oder Preislisten gestaltet werden. Der komplette Designprozess geschieht über einen visuellen Editor. Man sieht also direkt, welche Änderungen man gemacht hat, und wie die spätere Website aussehen wird. Programmierkenntnisse sind also nicht nötig.
Zudem gibt es verschiedene Varianten von Page Buildern. Zum einen gibt es Page Builder die außerhalb eines CMS laufen (Content Management System). Die wohl bekanntesten Beispiele hierfür sind Jimdo und Wix aber auch von 1&1 gibt es ein vergleichbares Angebot. Page Builder können aber auch in Kombination mit einem CMS, wie z.B. WordPress, verwendet werden. Die bekanntesten sind hier Elementor und WPBakery. Der Page Builder wird dann als Plugin (Erweiterung) innerhalb von WordPress installiert. Folglich betreibt man ein CMS im CMS, was Vorteile aber auch Nachteile haben kann.
Für wen sich Builder eignen
Ob sich ein Page Builder für dein Projekt eignet kommt ganz auf deine Ansprüche an. Willst du eine Professionelle Firmenwebsite erstellen, oder “nur” dein lokales Unternehmen präsentieren? Brauchst du neben einer Website auch einen Server für dein Warenwirtschaftssystem oder möchtest du ein besonderes Design umsetzen? Letzteres könnte sich vor allem für ein Portfolio eigenen, wenn Du durch das Design zusätzlich aus der Masse herausstechen möchtest.
Die All-Inklusive Angebote von Jimdo und co. eigenen sich meist nur für kleine Unternehmen oder selbständige mit niedrigem Budget. Die Idee der “Self-made”-Website kann verlockend sein, jedoch auch nur bis zu dem Punkt an dem du die erste Website findest, die genau die selbe Designvorlage verwendet wie du. Denn über 100 Vorlagen klingt zwar erstmal nach sehr viel, bei insgesamt über 1,88 Milliarden Websites weltweit (Stand: 2021), ist die Wahrscheinlichkeit das “eigene” Design woanders wiederzufinden nicht zu unterschätzen.
Wer sich also mit der Auswahl an Designs und Elementen zufrieden gibt, für den ist ein Page Builder die perfekte Lösung.
Weshalb kein Profi mit Baukästen arbeitet

Die wirklich großen Websites, wie z.B. Audi, Porsche oder Apple, setzen selbstverständlich nicht auf Page Builder. Hier ist zum einen das Budget ein ganz anderes, als bei der Blumenverkäuferin von nebenan, aber auch der Anspruch an die Website ist ein anderer.
Zum einen ist es mit Page Buildern nahezu unmöglich komplexe Design-Ideen umzusetzen. Man kann also noch so kreativ sein, man ist immer begrenzt auf die Angebote und Möglichkeiten des Baukastens. Außerdem brauchen große Unternehmen mehr, als nur einen Server für eine Website. Häufig werden die selben oder zusätzliche Server auch noch für weitere Anwendungen wie Warenwirtschaftssystem, E-Mails oder eine App verwendet. Bei Jimdo beispielsweise ist es nicht möglich den Server für etwas anderes als die Website zu verwenden. Wer mit Jimdo ein Warenwirtschaftssystem betreiben will, sucht vergeblich nach einer Lösung. Hier findest Du meinen ausführlichen Beitrag zu Thema Warenwirtschaftssystem in Jimdo. Auch Plugins (Erweiterungen) wie bei WordPress lassen sich nicht installieren.
Zum Vergleich bekommt man einen Webserver mit WordPress, Domain und E-Mail Adresse für gerade mal 2€ im Monat. Zudem bekommt man mehr Zugriff auf den Server und kann beispielsweise sein Warenwirtschaftssystem auf dem Server laufen lassen.
Für die 15€ im Monat bei Jimdo erhält man also einen vergleichsweise geringen Funktionsumfang.
💨 Performance und Sicherheit
Wie schnell eine Website lädt wird zum größtem Teil vom Server bestimmt, auf der die Seite gehostet wird. Natürlich ist auch die Internetverbindung des Benutzers ausschlaggebend. Denn bei langsamem Internet hilft auch der schnellste Server nichts, andersherum genau so. Wenn man sich jedoch den Quellcode von Homepage-Baukästen anschaut, sieht man oft unnötige Metadaten, was dazu führt, dass der Server langsamer Antwortet und somit die Performance beeinträchtigt.
Weniger ist hierbei mehr, denn umso mehr der Baukasten kann, desto anfälliger ist die eigene Website auch für Bugs und Hackerangriffe. Hinzu kommt, dass Page Builder für jede Website den selben Code verwenden. Gibt es also eine Schwachstelle, sind direkt mehrere Websites betroffen. Daher sind Page Builder, aber auch WordPress selbst, ein beliebtes Ziel für Hacker.
💰Die monatlichen Kosten

Auf den ersten Blick scheinen Page Builder kostengünstiger zu sein. Neben den monatlichen kosten von 39€ bei Jimdo und ca. 31€ bei Wix, investiert man nur ein paar Stunden seiner eigenen Zeit und stellt sich die Seite zusammen. Wer sich für Elementor und WordPress entscheidet, bezahlt in der Pro Version ca. 78€ im Jahr, also monatlich 6,50€. Hier bekommt man dann auch direkt einen Server für das Hosting mit dazu.
Im Vergleich dazu steht eine professionell programmierte Website mit persönlichem Design für ca. 1000€ einmalig. Diese kann dann günstig bei Netcup für 2€ im Monat gehostet werden.
Wichtig für eine Übersicht der Gesamtkosten ist der Zeithorzont. Es macht selbstverständlich einen Unterschied, ob die Website für nur 1-3 Monate oder sogar 10 Jahre online bleiben soll. Bei nur wenigen Monaten kommt man dann insgesamt logischerweise günstiger weg.
Wird die Website jedoch über mehrere Jahre hinweg betrieben, werden die kosten für den Page Builder dann doch umfangreicher, obwohl man mit der Gestaltung der Website schon längst fertig ist, und die eigentliche Funktion des Page Builders in dem Sinne nicht mehr brauchst.
Rechnen wir das Ganze mal für Jimdo in einem Zeitraum von 10 Jahren aus:
Jährlich = 39€ * 12
= 468€
Gesamt = 468€ * 10
= 4680€
Im Vergleich würde man für eine professionell Programmierte einmalig Website ca. 1000€ zahlen und im selben Zeitraum zusätzlich 240€ (2€/Monat) für das Hosting. Für den Website Baukasten zahlt man in einem Zeitraum von 10 Jahren also ca. 3440€ mehr.
Fazit und Empfehlung
Für kleinere Projekte oder Websites, die nur kurz online sein sollen, lohnen sich Page Builder auf jeden Fall. Man profitiert von günstigen Preisen und der Möglichkeit die Website schnell selbst zu entwickeln. Die Auswahl bleibt jedoch beschränkt auf vorgefertigte Elemente und Designs. Wer jedoch Wert auf ein professionelles Design und Sicherheit legt und die Website über mehrere Jahre betreiben möchte, sollte Page Builder vermeiden.
Wenn Dich der Post interessiert hat, schau Dir gerne meine Projekte oder den Blog an!
Quellen
https://de.wix.com/upgrade/website
https://www.jimdo.com/de/preise/website
https://t3n.de/news/homepage-baukasten-selber-coden-703983
https://www.statista.com/chart/19058/number-of-websites-online